Dreikönigstreffen: Zusammenfassung

Informationen zum Treffen in Gerswalde mit gut 130 Teilnehmern, darunter Umweltaktivisten, Politiker, ökologisch wie konventionell arbeitende Landwirte, Betreiber von Biogasanlagen und interessierte Bürger.

Das Protokoll des Treffens.

Auf den Seiten der Bürgerinitiative Herzfelde findet sich ebenfalls eine Zusammenfassung des Abends.

Eine persönliches Résumé von Sybilla Keitel.

Die Märkische Oder Zeitung berichtete am 8.Januar ausführlich über das Treffen. Nachzulesen hier.

Der RBB hat am 7. Januar in „Brandenburg Aktuell“ über das Dreikönigstreffen berichtet (siehe http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=9201674  bei Minute 6:30 ).

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Ein Kommentar

  1. Liebe Leute,

    ich möchte hier zum Dreikönigstreffen Stellung nehmen.

    Bemerkung 1: Ich halte sowohl das Protokoll als auch die Zusammenfassung Herzfelde für unvollständig. Die Zusammenfassung Herzfelde zeigt für mich zudem eine unzutreffende Tendenz und eine ungerechtfertigte Diffamierung „haben keine Ahnung“.

    Bemerkung 2: Wenn man weiß, dass Leute wie der Landwirt Müller, der Vorsitzende des Bauernverbands und auch der Biogasvertreter, der auch in Templin-Reinfeld eine Anlage betreibt (Hintergrund: geplante Aufstockung der Schweinemastanlage), immer wieder auf solchen Veranstaltungen auftreten, um möglichen Gegenwind möglichst im Keim zu ersticken, wundert es mich doch, wie ein solches, von den genannten Herrn gemachtes Gesprächsangebot so verfangen kann. Mit Mitteln der Verunsicherung, des kleinlichen „Das ist nicht sachlich“ nach dem Motto, „es ist um ein Gramm anders“ oder „das Komma steht dort“, des Dazwischenredens werden Menschen, die nicht so im Thema stecken, eingeschüchtert bis dahin, dass sie ihrer eigenen Wahrnehmung und objektiven Fakten nicht mehr trauen.

    Was soll ein solches Gespräch bringen?

    Vertreter der Landwirtschaftsindustrie (Chemie, Saatgut, Maschinenbau und deren Kapitalgeber) bzw. irgendwelche Funktionäre vor Ort (ausdrücklich nicht jeder Bauer, denn da gibt es immer mehr Umkehrwillige, auch wenn sie nicht immer gleich wissen, wie sie bezogen auf ihren persönlichen Kontext Veränderung bewerkstelligen sollen) werden versuchen die Menschen auf ihre Seite zu ziehen, um mit diversen Argumenten (Arbeitsplätze, geht nicht anders, alles legal usw.) Angst zu machen. Wie soll es möglich sein mit Menschen, die sich selbst abhängig machten oder durch ihre Vorfahren von den nach globaler Herrschaft strebenden Konzernen und deren Kapitalgeber auf verschiedenen Ebenen abhängig wurden und nach wie vor, den eingeschlagenen Weg weiter beschreiten wollen und in der Folge als Truppen vor Ort den Krieg auf den Äckern führen, ein konstruktives, zielführendes Gespräch zu führen?

    Was soll man über Vernichtung, Ausrottung, Tod und Zerstörung der Bodenfruchtbarkeit diskutieren?

    Ein bisschen Krieg gibt es genauso wenig wie ein bisschen Frieden oder ein bisschen schwanger. Und das, was da draußen stattfindet, ist Krieg, Krieg gegen Pflanzen, Krieg gegen Tiere und letztlich Krieg gegen uns Menschen. Da werden mal schnell wertvolle Pflanzen zu „Unkraut“ erklärt und wichtige Tiere zu „Schädlingen“. Ein massenhaftes Auftreten von einzelnen Tierarten entsteht nur durch den Eingriff des Menschen, durch großflächige Monokulturen und dadurch, dass die Lebensräume der Arten, die als mengenmäßiges Regulativ auftreten, von uns Menschen zerstört werden. Beide Gruppen (so genanntes Unkraut und so genannte Schädlinge) sind unverzichtbare Bestandteile, einer nachhaltigen Fruchtbarkeitsstruktur sowie einer stabilen Nahrungskette mit gesund erhaltenden Früchten als Ergebnis.

    Und da werden dann zusätzlich auf der anderen Seite mal schnell verharmlosende Begriffe wie „Pflanzenschutzmittel“ geschaffen, um alles in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. Tatsächlich dienen aber alle diese Begrifflichkeiten nur dem Ziel breite Bevölkerungsteile mit Scheinargumenten zu überzeugen, diesen so genannten und teilweise selbst ernannten Experten zu vertrauen und all deren Tun als unabdingbar erforderlich zu akzeptieren, mehr noch, sie zu Unterstützern zu machen, weil sie glauben einer guten Sache zu dienen. Als ein mögliches Ergebnis steht dann das, was ich unter „Bemerkung 1“ beschrieb.

    Besonders deutlich wurde das auch durch die Polemik des landwirtschaftlichen Vertreters nach meinem Redebeitrag zum Begriff „Unkraut“. Er regte sich über den Begriff „Pestizide“ auf und schlüsselte diesen in „Insektizide“, Fungizide“ und „Herbizide“ auf. Mit Insektiziden“ können die meisten durch den Wortstamm noch etwas anfangen. Bei den anderen beiden ist der konkrete Hinweis in der deutschen Sprache schon nicht mehr gegeben. Natürlich steckt in dem Wort „Pestizide“ das Wort „Pest“ und das mochte er wohl nicht so gern, obwohl es bezogen auf Auswirkung, sprich das Wirkergebnis absolut zutreffend ist, denn am Ende steht für die Adressaten Tod und für die vermeintlichen Nutznießer (uns Menschen) Krankheit. Und wenn man die „izide“ Begriffe richtig übersetzt, dann können die natürlich Angst und Schrecken verbreiten und das soll mit aller Macht vermieden werden. Oder wie würden Menschen wohl fühlen, wenn sie lesen oder hören „Insektentötungsmittel“ oder „Insektenausrottungsmittel“ bzw. „Pilztötungsmittel“ oder „Pilzausrottungsmittel“ bzw. „Pflanzentötungsmittel“ oder „Pflanzenausrottungsmittel“? Wenn man jetzt noch weiß, wie wichtig all die angegriffenen Pflanzen und Tiere für das kausale Zusammenspiel des Lebens auf unserem Planeten sind, dass z. B. keine Pflanze, auch kein Baum in der Lage wäre Bodennährstoffe aufzunehmen, wenn es keine Pilze gäbe (und damit sind keine Pfifferlinge gemeint), würden die meisten Menschen, dass doch schon von Anfang an (extrem nach dem 2. Weltkrieg, weil die Senfgas usw. und sonstigen Rüstungsproduzenten bzw. deren Kapitalgeber ein neues Betätigungsfeld suchten und mittels willfähriger Politiker auch fanden) nicht akzeptiert haben – oder? Deshalb Nebelkerzen, deshalb Verschleierung, deshalb Täuschung – und so glauben wir mit „Schädlingsbekämpfungsmitteln“, die in Wahrheit „Tiertötungsmittel“ oder „Tierausrottungsmittel“ sind, etwas Gutes zu tun. So funktioniert Gehirnwäsche und das schon über Generationen.

    Die Frage ist, wollen wir uns auf diese Ebene ziehen lassen? Wollen wir uns länger für dumm verkaufen lassen und uns vor deren Karren spannen lassen?
    Wollen wir als Feigenblatt herhalten angesichts billionenfachen Todes in den genannten Bereichen sowie bei den Mikroorganismen oder verständlicher ausgedrückt dem Bodenleben , wollen wir immer wieder dasselbe diskutieren, wie es schon seit Jahrzehnten geschieht?

    Ich sage eindeutig nein!

    Mit einer Ausnahme – wenn betroffene Landwirte ernsthaft zur Einsicht gelangen, dass sie den Krieg nicht länger verantworten wollen (von können kann ja ohnehin keine Rede sein) und dieser Krieg auch ihre Existenz bzw. die ihrer Nachkommen gefährdet und sie reinen Herzens umkehren wollen, dann sollten wir ihnen helfen und mit ihnen Konzepte zum Aus- und Umstieg erarbeiten und damit für deren Umsetzung sorgen. Dann sollten wir bereit sein, um ihnen auch helfen zu können.

    Voraussetzungen dafür sind aber Demut auf allen Seiten gegenüber der Perfektion der natürlichen Lebens- und Stoffkreisläufe (z. B. gibt es in der Natur keinen Abfall, schon gar keinen, der die Existenz des ganzen Planeten gefährdet), ein Wiedereintreten ins natürliche Gefüge und die Einstellung, dass nicht nur der Mensch selbst eine Existenzberechtigung auf der Erde hat, ja viel mehr die Erkenntnis, dass der Mensch ohne alle anderen Mitgeschöpfe jeglicher Art überhaupt keine dauerhafte Lebensgrundlage besitzt. Und daran müssen wir alle noch arbeiten. Es reicht eben nicht, nur punktuell einen extremen Schadensfall richten zu wollen. Wir müssen die Gesamtzusammenhänge endlich verstehen und anerkennen und, wir müssen endlich die augenfälligen Konsequenzen ziehen und mit den erforderlichen Handlungen beginnen. Keinesfalls aber dürfen wir durch falschverstandene Herzenswärme zur Verlängerung des zerstörerischen Prozesses, wie er aktuell besteht, beitragen und damit selbst dafür sorgen, dass der letzte Zeitpunkt zur Umkehr verpasst wird.

    Dies ist die Stellungnahme von jemandem, der „keine Ahnung“ hat.

    Liebe Grüße zum Besten des Ganzen

    Bringewald

    http://www.bringewald.de/permakultur.htm

    Antwort

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