DLF: „Pestizide schaden Bienen“

„Bundesregierung fordert EU-Entscheidung über den Einsatz der Chemikalien

Die EU-Agrarminister beraten über eine Studie der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA. Die bestärkt den Verdacht, dass drei Pflanzenschutzmittel aus der Gruppe der Neonikotinoide für das verbreitete Bienensterben verantwortlich sind.“

Zum Radiobeitrag in Umwelt und Verbraucher vom 28.01.2013.

Advertisements

„… die aktuell ergriffenen Maßnahmen, dem Klimawandel entgegen zu wirken, hätten für die Vielfalt der heimischen Agrarvögel verheerende Folgen.“

Manuskript eines Beitrages im DLF, Sendung Umwelt und Verbraucher, 08.10.2012

Als Audio.

Vögel versus Bauern?
Deutsche Ornithologen treffen sich in Saarbrücken
Von Tonia Koch

Anmod: Die Bestände von Vögeln, die auf landwirtschaftlichen Flächen siedeln, haben rapide
abgenommen. Zurückzuführen sei das laut NABU auch auf eine intensivere Nutzung des
Bodens. In Saarbrücken diskutierten deutsche Ornithologen über die Vogelbestände in
Deutschland. Und wir bleiben beim Thema Artenschutz und begeben uns in die Lüfte. Im Moment können wir hier in Deutschland ja wieder viele Zugvögel beobachten, die auf dem Weg in ihr Winterquartier sind. Und auf diesem Weg, haben die Vögel mit ziemlich vielen Herausforderungen zu kämpfen, zum Beispiel mit der industriellen Landwirtschaft. In Saarbrücken treffen sich bis heute die deutschen Ornithologen um über die Vögelbestände in Deutschland zu diskutieren. Die Zugvögel, die auf dem Weg in ihr Winterquartier sind, haben auf ihrem Flug mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. In Deutschland Tonia Koch hat sie getroffen und ist mit den Experten zu einem Rastplatz für die Zugvögel gefahren.

Beitrag:
Im Vogelschutzgebiet an der der unteren Saar bei Dillingen lässt der saarländische Naturschutzbund NABU einen Landeplatz für Zugvögel aufschütten, der ganze Stolz von Ulrich Layen. „Gebrütet haben erfolgreich dieses Jahr mehrere Krickentenpaare, viele Haubentaucher, Wasserralle, Graureiher weiter hinten. Also, wir sind zufrieden mit dem, was sich hier niederlässt, kann natürlich immer mehr werden. Aber wir haben auch erst angefangen mit den Umstrukturierungsmaßnahmen. Vielleicht kriegen wir ja so eine seltene Art wie die Zwergdommel, die ja bereits in Luxemburg brütet, hier hin, aber dafür muss mehr Schilf entstehen, Daumen drücken.“

Solche kleineren Erdbewegungen wie sie an den Dillinger Ökoseen vorgenommen werden, seien von Bedeutung, weil sie den Vögeln als sogenannte Trittsteine dienten, sagt der Präsident der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft, Franz Bairlein. Das heißt diese Biotope sind zwar nicht groß genug, um einer Population über längere Zeit das Überleben zu sichern, aber sie reichen aus, um den notwendigen genetischen Austausch zu gewährleisten. Dass sich die Bestände an Wasservögeln in den vergangen Jahren deutlich erholt hätten, hinge eindeutig mit diesem lokalen Wirken zusammen. Trotzdem fordert Baierlein, die Anstrengungen auf kommunaler Ebene zu bündeln.

„Legt Flächen überkommunal zusammen, sodass man größere Maßnahmen vernünftiger machen kann, auch nachhaltiger machen kann als kleiner Maßnahmen, die immer einen höheren Pflegeaufwand bedeuten.“

Drastisch verschlechtert hat sich hingegen die Lebenssituation für Vögel, die auf landwirtschaftlichen Flächen siedeln, sogenannte Agrarvögel. Dazu zählen zum Beispiel die Feldlerche, das Rebhuhn, die Wachtel oder auch die Goldammer. Ihre Bestände nähmen rapide ab, sagt Martin Flade, Mitglied der Kommission Agrarvögel.

„Die haben keine Räume mehr, wo sie genug Nahrung finden, wo sie erfolgreich brüten können. Es gibt seit 2007 überhaupt keine Art mehr, die ihren Bestand noch halten kann in der Agrarlandschaft.“ Verantwortlich für diese Entwicklung sei die europäische Agrarpolitik, die immer intensivere Nutzung des Bodens durch den Anbau von Energiepflanzen wie etwa Mais und die Aufkündigung des Flächenstillegungsprogrammes der EU. Das Programm hatte den Landwirten bis 2007 Ausgleichzahlungen gewährt, wenn sie Flächen brach liegen ließen. Leider, so Flade, werde auch die geplante Agrarreform, die ab 2014 für die europäischen Bauern neue Regeln schafft, den bedrohten Feldvögeln nicht helfen.

Zwar sei vorgesehen, dass sieben Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche in der EU als
ökologische Vorrangflächen ausgewiesen werden müssten, aber noch sei nicht definiert, wie stark die landwirtschaftliche Nutzung dieser Vorrangflächen tatsächlich eingeschränkt werde. Selbst wenn die EU weitreichende Nutzungsbeschränkungen erlasse, könne sich der Bestand an Agrarvögeln kaum mehr erholen, so Flade.

„Weil wir aus unseren Daten gesehen haben, dass wir erstens mindestens zehn Prozent Brachfläche brauchen in der Agrarlandschaft und zweitens auch diesen Maiszuwachs kompensieren müssen. Das heißt:  Selbst mit den sieben Prozent kann es nicht funktionieren.“
Den Klimawandel so der Ornithologe verkrafteten die Vögel – momentan zumindest – problemlos, nur die aktuell ergriffenen Maßnahmen, dem Klimawandel entgegen zu wirken, hätten für die Vielfalt der heimischen Agrarvögel verheerende Folgen.

© 2012 Deutschlandradio

Aus Öko-Test: TV-Tipp / Leserbriefe

Leserbriefe zum Glyphosat-Thema in der Ökotest:

(Infos von Tom)

„Allestöter Roundup verbieten „

Wichtige Online Petition des Umweltinstitutes München!

Passt gut dazu: die aktuelle Ökotest.

ÖKO-TEST September 2012

Hilferuf einer Pestizidgeschädigten

Ich gebe diesen Aufruf unkommentiert weiter (T0m):

Mein Name ist Gabriele Seydel. Vor 9 Jahren habe ich das Grundstück Etashof 1 in Hammelspring/Uckermark erworben, um mir hier eine Existenz aufzubauen. Das Grundstück ist ca. 1,5ha groß und ich habe hier viel Mühe, Geld und Arbeit investiert. Mittlerweile ist das Land biozertifiziert und ich lebe finanziell in erster Linie vom Verkauf von Wildkräutern, die auf meinem Hof wachsen. Außerdem habe ich über 40 „Gnaden“tiere, die hier leben: Ziegen, Gänse, Hühner, Kaninchen und eine Katze. „Hammel’s Hoffnung“ habe ich den Gnadenhof genannt.

Die Tiere finanziere ich ebenfalls hauptsächlich über den Wildkräuterverkauf. Des weiteren betreibe ich als Heilpraktikerin hier eine Naturheilpraxis; unentgeltlich oder allenfalls auf Spendenbasis.

Den Hof umgeben zur West- und Südseite hin 53ha (Größenangabe lt. Besitzer) am Rande des
Biosphärenreservats Schorfheide/Chorin liegendes, bis vor kurzem ebenfalls seit vielen Jahren biozertifiziertes Land, welches bis Montag, den 20.08.2012 seit 7 Jahren ausschließlich mit Luzerne, Klee, Löwenzahn und Ackerkräutern bewachsen war.
Am Rande dieses Ackers befindet sich einer meiner Ziegenausläufe.

Am Montag, dem 20. August 2012 wurde, ohne mich vorher darüber zu informieren, dieses Land mit dem Totalherbizid „Figaro“, einem Glyphosatpräparat (Fa. Belchin crop protection, Zulassungsinhaber: Monsanto), flächendeckernd totgespritzt. Es windete und regnete auch kurze Zeit nach der Ausbringung, und der Traktor zog große neblige Schwaden des Pestizids hinter sich her. Es stank heftig nach dem Mittel. Meine Ziegen standen in ihrem Auslauf am Ackerrand und ich war ca. 2 Stunden damit beschäftigt, sie aus dem Auslauf in die Hofmitte zu bringen, um sie vor weiterer Kontaminierung zu schützen.

Am Abend desselben Tages begannen bei mir erste Krankheitserscheinungen in Form von verstopfter Nase, Hals- und Rachenschmerzen, was sich innerhalb der nächsten Tage auch auf Kehlkopf und Lunge ausbreitete. Ab Dienstag, dem Tag nach der Spritzaktion, fingen auch die Tiere, die am dichtesten am Ackerrand gestanden hatten, an, krank zu werden. Am Dienstagabend verstarb eins der Tiere. Die anderen Tiere und ich (über)leben seither mit Hilfe von naturheilkundlichen Präparaten, die die Wirkung des Glyphosats im Körper abschwächen. Bis das Zeug endlich (hoffentlich) ausgeschieden ist. Da ich den Ziegenbock innerhalb kurzer Zeit an Vergiftungserscheinungen hatte versterben sehen, war ich doch mehrere Tage um mein eigenes Schicksal besorgt.

Was meine Wildkräuter betrifft, so habe ich Frau Prof. Krüger (Uni Leipzig), die an und über Glyphosat forscht, u.a. Boden- und Pflanzenproben zur Untersuchung geschickt, um sicherzustellen, dass ich meinen Wildkräuterkunden saubere, nichtkontaminierte Ware anbiete. Bis die Ergebnisse der Analysen da sind, ernte ich die Wildkräuter zum Verkauf bei einer benachbarten Biobäuerin. Der idelle Schaden, sowie das, was den 53ha Biotop zugefügt wurde, wird wohl noch eine Weile zur Heilung brauchen.

Was diese Seite der Angelegenheit betrifft, so handelte es sich um ein 53ha (lt. Besitzer) großes Biotop am Rande des Biosphärenreservats Schorfheide/Chorin, eine Zierde für die ganze Region. Mit Feldlerchen, Kranichsammelplatz, Heimstätte für Igel, Schmetterlings- u.a. Insektenarten und eine Augenweide bzgl. der Blütenpracht.

Jetzt ist das alles tot. An meinem Grundstücksrand breiten sich Spinnmilbe und Blattpilze aus, weil das natürliche Gleichgewicht zersört wurde. In der Dämmerung hole ich Igel vom Feld, die vergeblich ihre einstigen Futterplätze aufsuchen. Ein toter Fuchs liegt auf meinem Hof, vielleicht hat er zu viele vergiftete Mäuse gefressen.

Und dort, wo sonst tierisches und pflanzliches Leben ein Bild der Harmonie bot, sitzen jetzt Schwärme von Krähen auf dem zerstörten Land, um sich die vergifteten Würmer und Mäuse zu angeln. Ein Land, das solch ein kostbares Fleckchen Erde nicht imstande ist, zu schützen (z.B. auch durch entsprechende Gesetze), muss als armselig bezeichnet werden. In vielen anderen Bundesländern gibt es Gesetze zum Schutz von Flächen, die 10 Jahre und länger (unverändert) bestehen und zum Naturschutzgebiet geworden sind. Die Tiere wussten bisher auch nicht, wo das Biosphärenreservat endet und der Acker anfängt. Jetzt wissen sie es wohl. – Es ist ein Jammer.Ich werde in dieser Angelegenheit an die Öffentlichkeit gehen. Ich erwarte Gesetzesänderungen.

Ich erwarte, dass mein Grundstück, mein Leben und das meiner Tiere vor Vergiftung geschützt wird. Ich lege nicht den geringsten Wert auf irgendwelche sog. Pflanzen“schutz“mittel in Gestalt von Totalherbiziden um mich und meine Tiere herum.
Am Dienstag nach dem Spritzen waren zwei Schulklassen aus Berlin auf der Straße am Feld uterwegs. Es steht nicht mal ein Warnhinweis am Feldrand. Kinder rennen vielleicht mal auf die grüne Fläche oder stecken auch mal ein Blatt (oder mehrere) in den Mund. Wie weit soll das noch gehen mit der Unachtsamkeit? Auf dem Beipackzettel zu dem Herbizid steht, man darf die behandelten Flächen „bis zwei Tage nach der Ausbringung nur mit Schutzanzug und Schutzhandschuhen betreten. Gefahr ernster Augenschäden, reizt die Atmungsorgane, darf nicht in die Hände von Kindern gelangen …“
Sind diese Warnhinweise, die sogar der Hersteller selbst veröffentlicht, nicht wenigstens ein Warnschild für ahnungslose Spaziergänger oder Besucher der „Perle der Uckermark“ (→ mit dieser Bezeichnung wirbt Templin für sich.) wert??
Nun, der RBB, das Pestizidaktionsnetzwerk, der Brandenburger Landtag und die Uni Leipzig zeigen jedenfalls Interesse an dieser Geschichte. Hoffentlich zeigt sich auch die Uckermark selbst bald interessierter am Schutz ihrer wertvollsten Güter, nämlich den Naturschönheiten, wegen denen die Besucher diesen Landstrich aufsuchen.

Ich bin im Gespräch mit dem Besitzer des Ackers, der das Spritzen angeordnet hat. Er sagt, es ist ihm völlig egal, ob bio oder konventionell gewirtschaftet wird – ihm ginge es nur ums Geld.
Wenn ich bereit sei, pro Hektar 800,- € Ernteausfallkosten zu bezahlen, baut er auch wieder Klee an. (Das bedeutet für 15ha 12.000 €. Bis Ende September.) Ansonsten wird dort demnächst Roggen gesät und das Land Ende September zum zweiten Mal gespritzt. Mit Insektizid oder gegen Pilze. Im Frühjahr mit Halmverkürzer. Damit die Getreidehalme kürzer werden. U.s.w., mindestens 4x im Jahr. Das würde den Tod des Ackers bedeuten, vom Grundwasser gar nicht zu reden. Ein See ist auch in der Nähe.
Es ist mir nicht nachvollziehbar, wie jemand derart brutal mit einem Stück Erde, noch dazu einem Biotop, umgehen kann – ich würde mich niemals so verhalten. Allerdings verstehe ich, dass der Besitzer vom Ertrag seines Ackers (auch finanziell) leben will.

Wir müssen uns dafür einsetzen, dass das Ökoförderprogramm (ab 2014 Neuauflage vorgesehen) den Bauern wieder den finanziellen Anreiz bietet, ihr Land vernünftig und zum Wohle aller Lebewesen, die von und auf ihm leben, zu bewirtschaften. Wir müssen uns da politisch engagieren. Die Ämter haben bzgl. dieses Falles nur mit den Schultern gezuckt: keine rechtliche Handhabe. Es gibt bislang in Brandenburg kein Gesetz zum Schutz solcher Flächen, oder alter Bäume am Feldrand. Das Veterinäramt wollte auch den toten Ziegenbock nicht untersuchen. (Wegen Ohrmarken oder anderem Verwaltungskram stehen sie aber erfahrungsgemäß umgehend auf der Matte.)
Was die akute Situation betrifft, so bin ich ggf. bereit, dem Landbesitzer das Ernteausfallgeld zu zahlen, wenn ich dafür den Acker wieder in seine einstige Schönheit versetzen kann. Für die Pflanzen und Tiere würde ich das tun. Ich möchte auch um meinen Biohof einen Schutzgürtel von mindestens 50, besser noch 100m haben, wo auf keinen Fall gespritzt wird. Zum Wohle meiner Tiere und der Kräuter.

Ich bitte hiermit um eine Geldspende, um dieses Vorhaben zu verwirklichen und das Biotop für die Tiere und
Pflanzen wiederherzustellen. Das Geld wird der Landbesitzer erhalten. Damit er wieder Grünflächen anbaut. (Als „Bauern“ oder „Landwirt“ möchte ich ihn deshalb nicht bezeichnen, weil Bauern/Landwirte ihr Land lieben.)
Ich bitte für die Hasen und Igel und Feldlerchen und Käfer und für die vielen Wildblumen und die alten Bäume am Ackerrand. Und auch für mich und die Leute, die meinen Biohof aufsuchen.
Gleichzeitig ist es natürlich erforderlich, an die Öffentlichkeit/die Politik zu gehen, um auf die Mißstände bzgl. der Vergiftung des Bodens und unserer Nahrungsmittel aufmerksam zu machen. Auch muss der Staat im Interesse seiner Bürger in Zukunft die Kosten für Ökolandbau übernehmen. Denn einige wenige Engagierte allein können/wollen nicht ewig für die bundesweiten oder auch globalen Mißstände aufkommen. Die Mitarbeit der Politiker und vor allem der Bevölkerung, d.h. aller Menschen, die essen und trinken müssen, um zu leben, ist notwendig.

Ich danke allen, die sich beteiligen, herzlich für eine Spende zu o.g. Zweck unter der
Kto. Nr. 20 86 87 08
BLZ 15 09 17 04
Volksbank Uckermark
Zahlungsgrund: „Hilfe für Hammel’s Hoffnung“

Mit freundlichen Grüßen!
Gabriele Seydel
Gnadenhof „Hammel’s Hoffnung“ +
Fa. „Etashofer Wildkräuter“
Hammelspring

Email: gabriele.seydel@suska.org

P.S.: Eine vollständige Darstellung des Geschehenen (z.B. auch ein Telefonat mit „Monsato“, oder die
Schadensanzeige) sowie der weitere Verlauf der Aktion ist im Internet unter
(https://www.facebook.com/PestizideinHammelspring) zu finden.

 

 

Nach Gerswalde: Weiter so!

Hallo Leser/in,

dies wird der vorerst letzte Eintrag sein, den ich hier unterbringe. Wer Interesse hat, den Blog weiterzuführen (und der wird in Zukunft noch oft gebraucht), möchte sich bitte melden unter : .

Das Treffen der Initiative zur Vorstellung der Ergebnisse der Wasserproben durch BUND und NABU am 17.8.2012 in Gerswalde war spannend, aufregend und lehrreich.  Und gleichzeitig frustrierend. Es hat offensichtlich nichts genützt, daß eine junge Frau, von der ich nur den Vornamen weiß, einen Bauernverbandsfunktionär darüber aufklären mußte, wie das mit der Fruchtfolge genau funktioniert. Daß ein älterer Herr schimpft und brüllt, daß man ihm die Straße vor der Haustür mittels schwerem Gerät zur Biogasgewinnung kaputt fährt, aber niemand für diese Schäden aufkommen will. Es sind eben nicht nur die üblichen Öko-Fritzen und Berliner Möchtegern-Uckermärker, die hier auf ein Problem in der modernen Landwirtschaft hinweisen. Und trotz zitierter Studien, Untersuchungen, TV-Beiträgen und vor allem persönlicher Erfahrungen einiger Anwesender hält man das alles für maßlos überzogen. Halbwissen, vorsätzliche Täuschung etc pp. Im Grunde könnte mir das ganze Gezeter mittlerweile egal sein, denn ich weiß, die Natur holt sich ihr Terrain sowieso in ein paar Tausend Jahren wieder. Und wenn noch soviel Glyphosat den Acker runterfließt. Aber so ganz egal ist es mir eben nicht. Dafür gibt es mittlerweile zu viele Schauergeschichten zum Thema. Immerhin: Die Überwachung der Gewässer soll von Seiten des LELF nun regelmäßig erfolgen. Das haben wir erreicht. Die Hoffnung: Daß ideologiefrei nach vernünftigen, umweltgerechten Lösungen gesucht wird. Bis dahin müssen wir wohl weiter streiten. (Tom)

Hier ist die Info zur Gefährlichkeit von Glyphosat, die auf der Veranstaltung in Gerswalde verteilt wurde.

Protokoll des Abends von Beate Blahy.

Fazit und offener Brief an den Kreisbauernverband Uckermark und den Landesbauernverband von Sybilla Keitel.

Artikel in der Märkischen Oderzeitung zu den Probenergebnissen und zu unserer Initiative.

Zeitungsartikel im Uckermark Kurier zum Treffen.

Leserbrief von Tom Schweers dazu.

Zeitungsartikel des UK zu Vorwürfen des Landesbauernverbandes gegen BUND und NABU wegen der Wasserproben

Fazit und offener Brief an den Kreisbauernverband Uckermark und den Landesbauernverband von Sybilla Keitel.

Pressemitteilung von BUND und NABU zu den besorgniserregenden Ergebnissen der Wasserbeprobung in der Uckermark

Die komplette Mitteilung als pdf.

Hier ein Auszug daraus:

16. August 2012

Kleingewässer in Brandenburg stark mit Pestiziden belastet

Die Landesverbände Brandenburg des Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND) und des Naturschutzbundes Deutschland (NABU)
stellten heute alarmierende Ergebnisse der Belastung von
Kleingewässern mit Pestiziden vor. Gemeinsam mit der Bürgerinitiative
„Verseuchte Felder in der Uckermark“ hatten die Umweltverbände
insgesamt elf Wasserproben von Feldsöllen in den Landkreisen
Oder-Spree und Uckermark auf Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln
untersuchen lassen.

Nur bei drei Gewässerproben konnten keine Rückstände der untersuchten
chemischen Verbindungen nachgewiesen werden. In sechs Fällen wurden
sogar Überschreitungen der Grenzwerte der Grundwasserrichtlinie bei
den untersuchten Substanzen festgestellt. Die Naturschutzverbände
fordern, dass die Landwirtschaft dafür sorgt, dass keine
Pestizidrückstände in das Grund- und Oberflächenwasser gelangen.

Bei einem Feldsoll bei Stabeshöhe in der Uckermark wurde ein
Biozidgehalt als Summe der untersuchten Stoffe von knapp 2,5
Mikrogramm je Liter bei einem Grenzwert von 0,5 Mikrogramm je Liter
festgestellt. Dort wurde in den Jahren 2008 bis 2011 stets Mais
angebaut gefolgt von Roggen im Jahr 2012. Die Bürgerinitiative
„Verseuchte Felder in der Uckermark“ hatte dieses Kleingewässer
bereits auf im vergangenen Jahr untersuchen lassen und Strafanzeige
wegen der erheblichen Grenzwertüberschreitungen gestellt. Am stärksten
waren die Grenzwertüberschreitungen bei AMPA, dem Hauptmetaboliten des
Breitbandherbizids Glyphosat. Hier wurden in Stabeshöhe das 19-fache,
in einem Kleingewässer zwischen Rosenow und Hardenbeck in der
Uckermark das 15-fache und im Rehpfuhl bei Fürstenwalde (Oder-Spree)
das 14-fache des Grenzwertes festgestellt.

TV Beitrag: Glyphosat im Menschen angekommen? Update

Einige haben schön ferngesehen, dabei einen guten Beitrag zum Thema Glyphosat entdeckt und möchten den Link aus der Mediathek nun weitergeben.


Tragen wir Unkrautvernichtungsmittel in uns?

Glyphosat ist das meist benutzte Unkrautvernichtungsmittel der Welt und es könnte sein, dass es Menschen mittlerweile in sich tragen. Darauf deuten Studien der Uni Leipzig hin.

hier:

http://www.ardmediathek.de/das-erste/fakt/tragen-wir-unkrautvernichtungsmittel-in-uns?documentId=11409024

———————–

Auch 3sat berichte in seinem Magazin nano über dieses Thema:


Umstrittenes Herbizid
Forscher finden Pflanzengift in Mensch und Tier: „Es kann nicht sein, dass wir Gift spritzen, das wir Verbraucher essen, damit der Bauer es ein bisschen leichter hat“, sagt Anja Sobczak vom Umweltinstitut München e.V..

Hier zum Film in der 3sat-Mediathek.

———————–

Und auch wichtig:


Pressemitteilung der Bundestagsabgeordneten Cornelia Behm von Bündnis 90/Die Grünen

15. August 2012

Bienengefährliche Pflanzenschutzmittel auch in Deutschland verbieten

Frankreich geht mit gutem Beispiel voran

Die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Cornelia Behm (Bündnis 90/Die Grünen) fordert ein Verbot von Neonicotinoiden auch in Deutschland.

Das Französische Agrarinstitut INRA hat nachgewiesen, dass die sogenannten Neonicotinoide das Orientierungssystem der Bienen massiv schädigen. Zudem schwächen diese Insektizide das Immunsystem der Bienen. Dadurch sind die Bienen anfälliger für Krankheitserreger. „Die Biene ist das drittwichtigste Nutztier. Das massive Sterben von Bienenvölkern ist ein deutlicher Indikator dafür, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erheblichen ökologischen Schaden verursacht,“ erklärt Cornelia Behm. Sie befürchtet, dass neben den gut dokumentierten Bienenvölkern auch zahllose andere Organismen durch die Neonicotinoid-Nervengifte geschädigt werden. „Bündnis 90/Die Grünen fordern seit langem, dass bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln langfristige Folgen für Tiere untersucht werden müssen. Doch bislang hat die Bundesregierung tatenlos zugesehen. Ministerin Aigner sollte nun dem Beispiel Frankreichs folgen,“ fordert Behm.

Der französische Landwirtschaftsminister Stephane Le Foll hat das Beizmittels „Cruiser OSR“ der Firma Syngenta mit dem bienengiftigen Wirkstoff Thiamethoxam verboten. „Wenn ein großes europäisches Land neueste Ergebnisse vorlegt und ein Verbot ausspricht, dann sollte auch die Bundesregierung nicht länger zögern.“ Neben einem Verbot solcher Stoffe kann perspektivisch nur die Stärkung der bäuerlichen Landwirtschaft und des ökologischen Landbaus – im Rahmen der Agrar-Reform – Bienen und anderen gefährdeten Arten eine Überlebensperspektive geben.

Neonicotinoide sind Nervengifte und gehören zu den Insektiziden. Sie stehen durch eine Reihe aktueller Studien in dringendem Verdacht, Bienenvölker auch durch nicht-tödliche Wirkungen massiv zu schädigen. Bereits 2008 konnte nachgewiesen werden, dass der Wirkstoff Clothianidin im Rheintal zum Bienensterben führte.


Britta Duille
BürgerInnenbüro Cornelia Behm MdB
Jägerstr. 18
14467 Potsdam

Tel: 0331 / 887 10 56
Fax: 0331 / 887 10 55
cornelia.behm@wk.bundestag.de

www.cornelia-behm.de