SZ: „Unsinn, der auf Feldern wächst“

Kommentar zu Biosprit aus SZ-Online, 12.09.2012

„Zum Ausstieg aus der Biokraftstoff-Förderung gibt es keine Alternativen. Biokraftstoffe verfehlen die in sie gesetzten Hoffnungen gleich in mehrfacher Hinsicht. Inzwischen steht fest: Kraftstoffe vom Acker schaden nicht nur Umwelt und Klima, sondern verschärfen auch den Hunger in der Welt. Und Deutschland ist mit seinem Biospritdurst ein Teil davon.“

„Als einen der wichtigsten Kritikpunkte führt die EU nun die verfehlten Klimaschutzziele an. Dass Pflanzen beim Anbau so viel Kohlendioxid aufnehmen, wie später beim Verbrennen freigesetzt wird, ist nur ein Teil der Rechnung. Düngen, ernten, transportieren und verarbeiten ruinieren die Klimabilanz gründlich.“

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Bioenergie am Ende?

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat die Entwicklung der Energiegewinnung durch landwirtschaftliche Methoden untersucht und kommt zu einem vernichtenden Ergebnis.

„Im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energien wie Photovoltaik, Solarthermie und Windenergie sei Bioenergie häufig mit höheren Treibhausgasemissionen und Umweltbeeinträchtigungen verbunden.“, so zitiert die Hannoversche Allgemeine Zeitung die Studie.

Zur Internetseite der Leopoldina.

Verschiedene Zeitungsartikel mit Zusammenfassungen zur Studie hier:

HAZ: Kritik von Biokraftstoffindustrie – Nationalakademie hält nicht viel von Bioenergie

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Die ZEIT: Energiewende – Stoppt den Bio-Wahnsinn

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Süddeutsche Zeitung: Bioenergie Schluss mit Biogas und Holzpellets

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„Gold und Rohstoff Report“: Wild- und Blühpflanzen werden Mais zurückdrängen

Interessante Analyse der Netzzeitung Gold und Rohstoff Report: In den USA wird aufgrund steigender Hitze und damit verbundener Ernteausfälle der Mais knapp und langfristig teurer während in Europa nach exzessivem Maisanbau mit den damit verbunden Schäden in der Natur vermehrt auf Wild- und Blühpflanzen als Energielieferant gesetzt wird.

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Was ist los mit dem Mais in Brandenburg?

Vor allem: Schädigt der massive Anbau zur Gewinnung von Biogas mehr als er nützt? Das wollte Dr.Michael Luthardt von der Fraktion DIE LINKE wissen, der dazu eine Anfrage an die Landesregierung gestellt hatte.

“ Die effektivste Energiepflanze mit der höchsten Flächenausbeute an Biogas ist zurzeit Mais. Trotz der Einhaltung der guten fachlichen Praxis beim Anbau von nachwachsenden Rohstoffen sind zunehmend Risiken (z.B. Verengung der Fruchtfolge, erhöhte Erosionsgefahr, Abbau des Humusvorrats, Ausbreitung von Schädlingen) für den Naturhaushalt bekannt. Auch stellt sich die Frage nach dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und den von ihnen ausgehenden Wirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit. “

Das komplette Dokument als pdf.

 

Artikel: „Wider die „gute fachliche Praxis““

Artikel aus den Potsdamer Neueste Nachrichten zur Konferenz “Vielfalt statt Monokulturen – Auswege für Brandenburg aus der Krise der Biomassenutzung”. Zur Internetseite der Zeitung mit diesem Artikel.

 

Mais-Anbau Wider die „gute fachliche Praxis“
von Matthias Matern

Vermaisung in Brandenburg. Derzeit steht Mais auf etwa 190 000 Hektar der vorhandenen Getreideanbaufläche in der Mark. Das sind etwa 35 Prozent. Naturschützer und Brandenburgs Grüne fordern strengere Regeln für den Anbau.

Der Anbau von Energie-Mais hat enorm zugelegt – mit negativen Folgen für die Umwelt, meinen Naturschützer und fordern strengere Regeln

Potsdam – Naturschützer und Brandenburgs Grüne fordern strengere Regeln für den Anbau von Mais zur Energiegewinnung. Durch die zunehmenden Vermaisung der Landschaft würden die Artenvielfalt bedroht und Ackerböden übermäßig strapaziert, kritisiert die Agrarexpertin der Grünen-Fraktion im Landtag, Sabine Niels. Der Landesgeschäftsführer des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND), Axel Kruschat, wirft der rot-roten Landesregierung dabei Versäumnisse vor. Mit der Überarbeitung des Landesnaturschutzgesetzes böte sich derzeit die Gelegenheit, wichtige Vorgaben festzuschreiben. „Die Landesregierung kennt die Probleme beim Anbau von Energiemais, ist aber offenbar nicht willig, Konsequenzen zu ziehen“, sagt Kruschat.

Dringend erforderlich ist aus Sicht von Niels und Kruschat eine klare Definition der sogenannten „guten fachlichen Praxis“ im Gesetz. Bislang werde den Landwirten durch diese schwammige Formulierung bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen weitgehend freie Hand gelassen, erläutert Kruschat. Doch gerade beim Anbau von Mais würden häufig Grundsätze der Landwirtschaft wie die Fruchtfolge missachtet. „Es gibt Flächen, auf denen fünf Jahre in Folge nur Mais angebaut wird“, berichtet der BUND-Landeschef. Die Folge seien ausgelaugte Böden und eine hohe Erosionsgefahr. Auch würden häufig enorme Mengen von Totalherbiziden eingesetzt und somit Lebensräume für Insekten und andere Tier- und Pflanzenarten vernichtet. „Diese Gifte gelangen auch ins Grundwasser, wie der Fall in der Uckermark zeigt.“ Wie berichtet hatten Anwohner in Stabeshöhe im vergangenen Jahr Proben eines Tümpels in einem Maisfeld untersuchen lassen. Dabei wurden bei einigen Stoffen eine erhebliche Überschreitung der Grenzwerte festgestellt und sogar verbotene Pflanzengifte gefunden. Deshalb ist Kruschat der Meinung, die Einhaltung der Fruchtfolge oder etwa regelmäßige Kontrollen der Humusschicht auf den Äckern müssten in der Novelle des brandenburgischen Naturschutzgesetzes als „gute fachliche Praxis“ festgeschrieben werden. Zumal davon auszugehen sei, dass die Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen weiter steige, meint Axel Kruschat. Das überarbeitete Naturschutzgesetz wurde im November 2011 vom Kabinett verabschiedet und im Dezember erstmals im Landtag diskutiert. Eine Entscheidung steht noch aus. Die Grünen-Fraktion will bald eigene Vorschläge für strengere Regeln vorlegen.

Zumindest in den vergangenen Jahren hat der Mais-Anbau in Brandenburg deutlich zugenommen. Derzeit steht auf etwa 190 000 Hektar Mais. Das sind etwa 35 Prozent der vorhandenen Getreideanbaufläche. Noch 2011 wurde nur auf 167 000 Hektar Mais angebaut. Im Jahr davor waren es noch acht Prozent weniger. Nach Schätzungen von Experten werden etwa 30 Prozent des Mais energetischen genutzt. Auffällig ist die hohe Konzentration der Plantagen im unmittelbaren Umfeld großer Biogasanlagen. Auch deren Zahl hat deutlich zugenommen: 2005 waren es 34, heute gibt es landesweit etwa 280. Angaben des Fachverband Biogas Berlin-Brandenburg wird nur rund ein Drittel von den Landwirten selbst betrieben. Der größte Teil ist in der Hand von Fondsgesellschaften. Allein 51 landwirtschaftsfremde Investoren seien landesweit aktiv.

Für die Landesregierung ist die Biomassenutzung ein wichtiger Baustein ihrer Energiestrategie. Elf Prozent der Energie sollen bis 2030 aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden. Günter Hälsig, Abteilungsleiter im Umweltministerium, aber teilt die fachliche Meinung von Naturschützer Kruschat in vielen Punkten. „Es gibt eine Vermaisung der Landschaft vor allem nahe großer Biogasanlagen und der Anbau von Mais in Monokulturen beeinflusst die Artenvielfalt negativ“, sagt auch Hälsig. Ob jedoch eine klare Definition der „guten fachlichen Praxis“ hilft, bezweifelt er. Dies sei zwar möglich, hänge aber vom politischen Willen ab. Die Frage nach den dann erforderlichen Kontrollen und möglichen Sanktionen seien damit jedoch noch nicht geklärt.

 

Artikel: „Die sickernde Gefahr“

Artikel im General-Anzeiger für Ostfriesland und Emsland:

„Mehr Biogas-Anlagen, mehr Maisanbauflächen, die teils sehr stark gedüngt werden: Dadurch kann mehr Nitrat ins Grundwasser gelangen. Die Menge ist aktuell noch nicht kritisch, kann langfristig aber zum Problem werden.“

Hier als pdf.

Konferenz „Vielfalt statt Monokulturen – Auswege für Brandenburg aus der Krise der Biomassenutzung“

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Artikel: „In der Maiswüste“

„Die wachsenden Energieplantagen belasten Umwelt und Wasser.“

Zum Artikel in der ZEIT.

Der Artikel als pdf zum Download.