DLF: „Pestizide schaden Bienen“

„Bundesregierung fordert EU-Entscheidung über den Einsatz der Chemikalien

Die EU-Agrarminister beraten über eine Studie der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA. Die bestärkt den Verdacht, dass drei Pflanzenschutzmittel aus der Gruppe der Neonikotinoide für das verbreitete Bienensterben verantwortlich sind.“

Zum Radiobeitrag in Umwelt und Verbraucher vom 28.01.2013.

Aus Öko-Test: TV-Tipp / Leserbriefe

Leserbriefe zum Glyphosat-Thema in der Ökotest:

(Infos von Tom)

Nach Gerswalde: Weiter so!

Hallo Leser/in,

dies wird der vorerst letzte Eintrag sein, den ich hier unterbringe. Wer Interesse hat, den Blog weiterzuführen (und der wird in Zukunft noch oft gebraucht), möchte sich bitte melden unter : .

Das Treffen der Initiative zur Vorstellung der Ergebnisse der Wasserproben durch BUND und NABU am 17.8.2012 in Gerswalde war spannend, aufregend und lehrreich.  Und gleichzeitig frustrierend. Es hat offensichtlich nichts genützt, daß eine junge Frau, von der ich nur den Vornamen weiß, einen Bauernverbandsfunktionär darüber aufklären mußte, wie das mit der Fruchtfolge genau funktioniert. Daß ein älterer Herr schimpft und brüllt, daß man ihm die Straße vor der Haustür mittels schwerem Gerät zur Biogasgewinnung kaputt fährt, aber niemand für diese Schäden aufkommen will. Es sind eben nicht nur die üblichen Öko-Fritzen und Berliner Möchtegern-Uckermärker, die hier auf ein Problem in der modernen Landwirtschaft hinweisen. Und trotz zitierter Studien, Untersuchungen, TV-Beiträgen und vor allem persönlicher Erfahrungen einiger Anwesender hält man das alles für maßlos überzogen. Halbwissen, vorsätzliche Täuschung etc pp. Im Grunde könnte mir das ganze Gezeter mittlerweile egal sein, denn ich weiß, die Natur holt sich ihr Terrain sowieso in ein paar Tausend Jahren wieder. Und wenn noch soviel Glyphosat den Acker runterfließt. Aber so ganz egal ist es mir eben nicht. Dafür gibt es mittlerweile zu viele Schauergeschichten zum Thema. Immerhin: Die Überwachung der Gewässer soll von Seiten des LELF nun regelmäßig erfolgen. Das haben wir erreicht. Die Hoffnung: Daß ideologiefrei nach vernünftigen, umweltgerechten Lösungen gesucht wird. Bis dahin müssen wir wohl weiter streiten. (Tom)

Hier ist die Info zur Gefährlichkeit von Glyphosat, die auf der Veranstaltung in Gerswalde verteilt wurde.

Protokoll des Abends von Beate Blahy.

Fazit und offener Brief an den Kreisbauernverband Uckermark und den Landesbauernverband von Sybilla Keitel.

Artikel in der Märkischen Oderzeitung zu den Probenergebnissen und zu unserer Initiative.

Zeitungsartikel im Uckermark Kurier zum Treffen.

Leserbrief von Tom Schweers dazu.

Zeitungsartikel des UK zu Vorwürfen des Landesbauernverbandes gegen BUND und NABU wegen der Wasserproben

Fazit und offener Brief an den Kreisbauernverband Uckermark und den Landesbauernverband von Sybilla Keitel.

TV Beitrag: Glyphosat im Menschen angekommen? Update

Einige haben schön ferngesehen, dabei einen guten Beitrag zum Thema Glyphosat entdeckt und möchten den Link aus der Mediathek nun weitergeben.


Tragen wir Unkrautvernichtungsmittel in uns?

Glyphosat ist das meist benutzte Unkrautvernichtungsmittel der Welt und es könnte sein, dass es Menschen mittlerweile in sich tragen. Darauf deuten Studien der Uni Leipzig hin.

hier:

http://www.ardmediathek.de/das-erste/fakt/tragen-wir-unkrautvernichtungsmittel-in-uns?documentId=11409024

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Auch 3sat berichte in seinem Magazin nano über dieses Thema:


Umstrittenes Herbizid
Forscher finden Pflanzengift in Mensch und Tier: „Es kann nicht sein, dass wir Gift spritzen, das wir Verbraucher essen, damit der Bauer es ein bisschen leichter hat“, sagt Anja Sobczak vom Umweltinstitut München e.V..

Hier zum Film in der 3sat-Mediathek.

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Und auch wichtig:


Pressemitteilung der Bundestagsabgeordneten Cornelia Behm von Bündnis 90/Die Grünen

15. August 2012

Bienengefährliche Pflanzenschutzmittel auch in Deutschland verbieten

Frankreich geht mit gutem Beispiel voran

Die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Cornelia Behm (Bündnis 90/Die Grünen) fordert ein Verbot von Neonicotinoiden auch in Deutschland.

Das Französische Agrarinstitut INRA hat nachgewiesen, dass die sogenannten Neonicotinoide das Orientierungssystem der Bienen massiv schädigen. Zudem schwächen diese Insektizide das Immunsystem der Bienen. Dadurch sind die Bienen anfälliger für Krankheitserreger. „Die Biene ist das drittwichtigste Nutztier. Das massive Sterben von Bienenvölkern ist ein deutlicher Indikator dafür, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erheblichen ökologischen Schaden verursacht,“ erklärt Cornelia Behm. Sie befürchtet, dass neben den gut dokumentierten Bienenvölkern auch zahllose andere Organismen durch die Neonicotinoid-Nervengifte geschädigt werden. „Bündnis 90/Die Grünen fordern seit langem, dass bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln langfristige Folgen für Tiere untersucht werden müssen. Doch bislang hat die Bundesregierung tatenlos zugesehen. Ministerin Aigner sollte nun dem Beispiel Frankreichs folgen,“ fordert Behm.

Der französische Landwirtschaftsminister Stephane Le Foll hat das Beizmittels „Cruiser OSR“ der Firma Syngenta mit dem bienengiftigen Wirkstoff Thiamethoxam verboten. „Wenn ein großes europäisches Land neueste Ergebnisse vorlegt und ein Verbot ausspricht, dann sollte auch die Bundesregierung nicht länger zögern.“ Neben einem Verbot solcher Stoffe kann perspektivisch nur die Stärkung der bäuerlichen Landwirtschaft und des ökologischen Landbaus – im Rahmen der Agrar-Reform – Bienen und anderen gefährdeten Arten eine Überlebensperspektive geben.

Neonicotinoide sind Nervengifte und gehören zu den Insektiziden. Sie stehen durch eine Reihe aktueller Studien in dringendem Verdacht, Bienenvölker auch durch nicht-tödliche Wirkungen massiv zu schädigen. Bereits 2008 konnte nachgewiesen werden, dass der Wirkstoff Clothianidin im Rheintal zum Bienensterben führte.


Britta Duille
BürgerInnenbüro Cornelia Behm MdB
Jägerstr. 18
14467 Potsdam

Tel: 0331 / 887 10 56
Fax: 0331 / 887 10 55
cornelia.behm@wk.bundestag.de

www.cornelia-behm.de

Bioenergie am Ende?

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat die Entwicklung der Energiegewinnung durch landwirtschaftliche Methoden untersucht und kommt zu einem vernichtenden Ergebnis.

„Im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energien wie Photovoltaik, Solarthermie und Windenergie sei Bioenergie häufig mit höheren Treibhausgasemissionen und Umweltbeeinträchtigungen verbunden.“, so zitiert die Hannoversche Allgemeine Zeitung die Studie.

Zur Internetseite der Leopoldina.

Verschiedene Zeitungsartikel mit Zusammenfassungen zur Studie hier:

HAZ: Kritik von Biokraftstoffindustrie – Nationalakademie hält nicht viel von Bioenergie

Zur Internetseite.   Als pdf.

Die ZEIT: Energiewende – Stoppt den Bio-Wahnsinn

Zur Internetseite.   Als pdf.

Süddeutsche Zeitung: Bioenergie Schluss mit Biogas und Holzpellets

Zur Internetseite.   Als pdf.

„Natur-Mord geht auf die Pflanzengifte der Neonicotinoide zurück.“

Hier ein Leserbrief an den Tagesspiegel von Professor Klaus-Werner Wenzel zum Artikel des TS „Wenn Bienen leiden“ vom 17. Juni 2012.

Unsere Jugend wird sich kaum erinnern, dass man früher nach einigen hundert Autobahnkilometern die Frontscheibe von toten Insekten säubern musste. Verschwunden ist auch der Anblick von Telefonleitungen, die dicht von Schwalben besetzt waren. Mancher steht da und merkt auch nicht, dass bei weniger Blütenvielfalt weniger Schmetterlinge auf unseren Wiesen umherfliegen. Ein solcher Natur-Mord geht auf die Pflanzengifte der Neonicotinoide (NN) zurück.

Diese werden als systemische Pestizide in sogenannter Beize (Ummantelung) von Samen in den Boden eingebracht, die dann als extrem langsam abbaubare Substanzen Pflanzen in deren Gesamtheit einschließlich Blüten, Nektar, Pollen und Samen auf Dauer vergiften. NN wurden als Nervengifte „gegen saugende und schluckende Insekten“ von der Bayer AG 1991 auf den Markt gebracht und werden inzwischen in über 120 Ländern vertrieben. Leider gibt es nur in drei Ländern (Norwegen, Schweden, Großbritannien) Pflichtangaben zum Verkauf von Pestiziden, woraus sich allein für die Firma Bayer ein Jahresumsatz mit den NN von mindestens 750 Millionen Euro pro Jahr hochrechnen lässt. Ein derartiger Verdienst erklärt auch die in dem Artikel zitierte Behauptung des Bayer-Chefs Marijn Dekkers vor seinen Aktionären, dass „wissenschaftliche Untersuchungen jeglichen Einfluss von Saatgutbeizmitteln auf das zunehmende Bienensterben ausschließen“. Eine solche Tatsachenverdrehung spricht dem gegenwärtigen Wissensstand Hohn. Denn die verheerende Wirkung auf Bestäuber (Honigbienen, Hummeln, Wildbienen) – die immerhin für 35 Prozent der menschlichen Nahrungsmittel Voraussetzung sind – ist eindeutig nachgewiesen. Bayer pflegt sich auf eine kanadische, von Bayer bezahlte Studie zu berufen, deren wissenschaftlicher Ansatz so fragwürdig ist, dass die Studie von der US-amerikanischen Environmental Protection Agency (EPA) für ungültig erklärt worden ist. Dagegen stehen objektive Daten in „First-Class“-Journalen: Hummeln und Wildbienen tragen zur Nahrungsmittelbestäubung ebenso viel bei wie Honigbienen, und deren vier häufigsten Arten sind in den USA zu 96 Prozent ausgerottet. Von Hummelköniginnen unter NN-Einfluss überleben 85 Prozent nicht den Winter. NN verursachen, dass 43 Prozent der futtersuchenden Bienen nicht mehr nach Hause finden, weshalb die Stöcke zugrunde gehen. Es fanden sich 50 Prozent Verluste von Bienen, die in kleinen Käfigen durch den Rand einer 20 Meter breiten NN-Staubwolke um eine Saatmaschine gezogen wurden. In einer Untersuchung vom österreichischen Imkerbund wurde in 20 von 22 im Winter zugrunde gegangenen Bienenstöcken bienengiftige Maisbeizmittel nachgewiesen. An der Harvard-Universität wurde gezeigt, dass durch NN nicht nach 12 Wochen, aber nach 23 Wochen 94 Prozent der Bienenstöcke ausgestorben waren, nicht so die NN-freien Stöcke. Letzteres zeigt, dass das Bienensterben auf eine kumulative Toxizität der kaum abbaubaren NN zurückgeht, und das die bei pharmakologischen Prüfungen übliche Beurteilung der Akuttoxizität mit der sogenannten LD50 ohne Aussage ist. Bekannt sind die Totalausfälle von Bienenstöcken in 2008 im Oberrhein-Tal (Bayer hat die Imker damals entschädigt) und kürzlich in Slowenien.

Bisher hat es die Chemielobby vermocht, vor dem britischen und dem holländischen Parlament mit „Experten“ (z.T. von einem Stiftungslehrstuhl der Bayer AG) ein Verbot der NN abzuwenden. Dagegen ist in Frankreich seit Mai 2008 der großflächige Einsatz von NN (Sonnenblumen, Raps, Mais) und in Italien seit August 2008 die NN-Vergiftung von Maisfeldern verboten. Die Maisernte ist daraufhin sogar ertragreicher geworden. Erfolgreich ist es, die Pflanzenart von Jahr zu Jahr zu wechseln, so dass die Schädlinge im Frühjahr keine Nahrungspflanzen vorfinden. Es ist zu hoffen, dass der Einfluss der Chemieindustrie nicht anhalten wird. So hat zum Beispiel der Ombudsmann der Europäischen Union, P. Nikiforos Diamandouros, auf Antrag der österreichischen Volksanwaltschaft die Kommission beauftragt, Stellung zu nehmen, ob bei der Zulassung NN vorhandene wissenschaftliche Kriterien außer Acht gelassen worden sind, die eine Ursächlichkeit der NN auf das Bienensterben vermuten lassen. Desweiteren mehren sich nun Erkenntnisse, dass NN nicht nur für das Insektensterben verantwortlich sind. So sterben in NN-vergifteten Gewässern auch Molusken- und Krebsarten ab. Auch junge Blaukrabben sterben unter NN-Einfluss bei der Häutung. Als schwerwiegend dürfte die Beobachtung japanischer Forscher gelten, die kürzlich beschrieben haben, dass vermutlich das Hirngewebe neugeborener Ratten verzögert wächst. Und Ergebnisse an Ratten sind in der Regel auf den Menschen zu übertragen.

— Prof. Dr. med. Klaus-Werner Wenzel, Mitglied in der IUCN-Task-Force on Systimic Pesticides (als Insekten-Experte und Mediziner), der internationalen Naturschutzorganisation

Dieser Text als pdf.

Harald Ebner, MdB (Bündnis 90/Die Grünen): „Die Bundesregierung … lässt Imker im Regen stehen.“

Hier die Original-Presseerklärung:

Pressemitteilung von Harald Ebner, MdB (Bündnis 90/Die Grünen) vom 13.07.2012
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Bundesregierung ignoriert Gefahren von Pestiziden für Bienen

Berlin, 13.07.2012: Zur Beantwortung der Kleinen Anfrage „Neue Erkenntnisse zu und Neubewertung von Gefahren durch Neonicotinoide und weitere Pestizide für Bienen und andere Insekten“ der grünen Bundestagsfraktion erklärt Harald Ebner, Sprecher für Agrogentechnik:

Das mangelhafte Problembewusstein der Bundesregierung ist erschreckend. Bienen werden regelmäßig gefährlichen Pestiziden ausgesetzt, um z. B. Rapsfelder vor Pilzerkrankungen zu schützen. Das ist für die Bundesregierung nach eigener Aussage eine „unvermeidbare“ Konsequenz. Pflanzenschutzmittel können so zum normalen Bestandteil von Rapshonig werden. Mit dieser Laissez-faire-Haltung setzt Schwarz-Gelb den deutschen Honig als sauberes Naturprodukt unnötig aufs Spiel.

Mangelhafte Daten und Forschungslücken zu Gefahren durch Neonicotinoide sind für die Bundesregierung kein Anlass, Informationsdefizite anzugehen. Ihr Motto ist offenbar: „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß!“ Leider wurden in den letzten zehn Jahren 500 mal mehr Steuergelder aus dem Bundeshaushalt für die Agrogentechnik ausgegeben als für den Bienenschutz.

Die Bundesregierung setzt Bienen unnötigen Risiken durch Neonicotinoide aus und lässt Imker im Regen stehen. Weder existieren umfassende Schutzmaßnahmen oder Monitorings, noch werden die Imker ausreichend über den Einsatz von bienengefährlichen Pestiziden informiert. Und statt wie in Frankreich giftige Rapsbeizmittel zu verbieten, lässt Aigner seit Jahren Ausnahmegenehmigungen für Neonicotinoide zu.

Unbequeme Forschungsergebnisse hört und liest die Bundesregierung ungern. Anstatt sich mit kritischen Studien auseinanderzusetzen, wischt sie deren Ergebnisse mit nicht nachvollziehbaren Vorwürfen wie methodische Mängel vom Tisch. Gleichzeitig stört es die Bundesregierung aber nicht, wenn  Pestizidhersteller an öffentlichen Forschungsprojekten beteiligt sind.

Pestizidbelastungen, insbesondere durch Neonicotinoide, sind Alarmzeichen, die uns nachdenklich machen müssen. Mit ihrer jetzt erneut bestätigten Ignoranz gegenüber möglichen Risiken von Pestiziden setzt die Bundesregierung in verantwortungsloser Weise die biologische Vielfalt und die Existenz von Hobby- und Berufsimkern aufs Spiel. Nur eine bienenfreundliche Landwirtschaft ist letztlich auch eine menschenfreundliche Landwirtschaft.

Hintergrund: Neonicotinoide sind eine Gruppe hochwirksamer neurotoxischer Pestizide, die seit zwei Jahrzehnten zunehmend in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Die besondere Gefährdung von Bienen durch diese Pestizide wurde im Jahr 2008 im Zusammenhang mit dem Bienensterben in der Oberrheinebene deutlich, bei dem zehntausende Bienenvölker durch Abriebstaub von (mit Clothianidin) gebeiztem Maissaatgut vergiftet wurden.

Die vielfältigen toxischen Auswirkungen von Neonicotinoiden auf Bienen und andere Insekten sind mittlerweile durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt. Auch geringe Giftmengen unterhalb der tödlichen Vergiftungsdosis können für Insekten fatale Auswirkungen haben. Besonders besorgniserregend sind Studien, wonach die Wirkung von Neonicotinoide irreversibel ist und damit über längere Zeiträume im Ausmaß kumuliert, was auch bei geringen Einzeldosen mittelfristig zu schweren chronischen Vergiftungen bei Insekten führen kann.

Die Antworten auf die Kleine Anfrage zu den Gefahren von Neonicotinoiden für Bienen können Sie hier herunterladen http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/102/1710218.pdf. Eine ausführliche Bewertung der Antworten finden Sie auf folgender Seite http://harald-ebner.de/userspace/BV/harald_ebner/Dokumente/Bewertung_KA_Neonicotinoide.pdf

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Sönke Guttenberg
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Büro Harald Ebner, MdB
Sprecher für Agrogentechnik
Fraktion BÜNDNIS 90/Die Grünen
http://www.harald-ebner.de

Leserbriefaktion des „Umweltinstitut München“

Der Link zur Seite.

 

Augen auf beim Brötchenkauf!

Massiver Pestizid-Einsatz auf Getreidefeldern kurz vor der Ernte

Die Getreideernte steht vor der Tür. Und nur wenige Tage zuvor spritzen viele Landwirte pures Gift auf Getreideflächen. Roundup oder andere glyphosathaltige Mittel werden eingesetzt, um den wenigen Unkräutern, die bis dahin überlebt haben, den Garaus zu machen. Ebenfalls empfohlen wird eine Giftdusche vor der Ernte, damit das Getreide zum gewünschten Termin „reif“ ist.

Da sich die Pestizide nicht so rasch abbauen, enthält das frisch geerntete Getreide noch große Mengen des aggressiven Pflanzengifts. Eine Kontrolle des Getreides auf Giftrückstände findet jedoch so gut wie nicht statt. Und so landen die giftigen Stoffe direkt auf unseren Tellern und in den Trögen der Tiere.

Erste Ergebnisse einer Untersuchung der Universität Leipzig belegen, dass auch bei Menschen aus Berlin, die keinen direkten Kontakt zu Landwirtschaft haben, Glyphosat im Urin nachgewiesen wurde. Und zwar in allen Proben. Laut den Herstellerangaben baut sich Glyphosat angeblich schnell ab und hätte demnach gar nicht im menschlichen Urin zu finden sein dürfen. Die mögliche Kontaminationsquelle können nur Lebensmittel sein.

Gift spritzen zur Arbeitserleichterung
Angeblich erschwert das Unkraut auf dem Acker die Ernte. Doch auch die verdorrten Unkräuter bleiben zwischen den Getreidehalmen stehen. Der Mähdrescher muss sie folglich trotzdem aussieben. Wo bleibt da die Arbeitserleichterung? Auch das zweite Argument der Pestizid-Befürworter, das Getreide werde nach der Giftdusche trockener und ließe sich daher besser verarbeiten und lagern, ist falsch. Da Unkräuter, vielmehr Beikräuter, das Getreide nur oberflächlich befeuchten, reicht eine einfache Trocknung mit Kaltluft aus, um die Ernte zu trocknen. Zudem sollte ohnehin nur gedroschen werden, wenn das Getreide reif ist und nicht, weil der Lohnunternehmer gerade Zeit hat. Die Technik sollte sich der Landwirtschaft und den Naturabläufen anpassen und nicht umgekehrt. Dass dies sehr gut möglich ist, beweisen zahlreiche Bio-Landwirte.

Glyphosat im Getreide – alles ganz ungefährlich?
In Fachzeitschriften, Vorträgen und Aussagen der Bundesregierung wird immer noch behauptet, dass keine Gefahren von Glyphosat ausgehen. Doch wer die offensichtlichen Gefahren leugnet, verschließt die Augen vor den Tatsachen. Die Auswirkungen von Roundup und Glyphosat in Argentinien, Brasilien, Paraguay und anderen lateinamerikanischen Ländern sind offensichtlich. Nur wenige kritische Wissenschaftler konnten eigene Untersuchungen durchführen und alle kommen zum gleichen Ergebnis: Roundup und Glyphosat sind hochgiftig. Hersteller und deren Wissenschaftler gehen jedoch weiter von einer Unbedenklichkeit aus. Doch wie unabhängig kann ein Wissenschaftler sein, der von einem Gift-Konzern bezahlt oder durch dessen Drittmittel kofinanziert wird? Sehr wahrscheinlich würde es ihn seinen Job kosten, wenn seine Forschungsergebnisse gegen den Geldgeber sprechen.

Oft wird auch die Ausrede bemüht, das Gift sei ja zugelassen und streng kontrolliert. Doch diese Logik ist fatal: Atrazin, DDT, Contergan, Agent Orange und viele andere unstrittig gefährliche Gifte waren auch einst erlaubt. Die Praxis, Chemikalien zuzulassen, bis deren Gefährlichkeit zweifelsfrei erwiesen ist, ist skandalös. Denn das Risiko tragen malwieder die Verbraucherinnen und Verbraucher!

Schreiben Sie einen Leserbrief!

Dieser Missstand betrifft uns alle – die Bürgerinnen und Bürger, die die giftigen Lebensmittel essen, sowie die Landwirtinnen und Landwirte, die zu Verbündeten der Gift-Konzerne werden. Dennoch scheuen sich viele Medien, über das hochbrisante Thema zu berichten. Vielleicht weil die Werbeaufträge der Konzerne wegfallen könnten? Lieber krankmachendes Essen für alle, als weniger Einnahmen?

Es ist Zeit, sich zu wehren! Nutzen Sie die Möglichkeit zur Information der Bürgerinnen und Bürger in Ihrer Stadt und in Ihrer Gemeinde und schreiben einen Leserbrief.

Hier können Sie die Vorlage für einen Leserbrief herunterladen.

Versehen Sie den Brief mit Ihrem Namen, ändern Sie ihn nach Belieben und senden Sie ihn an Ihre Zeitungsredaktion.

Es geht um unsere Gesundheit – um nicht mehr und nicht weniger! Und diese muss Vorrang haben vor dem Profit der Konzerne.